In 6 Schritten fit werden für E-Mobilität

10. November 2020 agvs-upsa.ch – Die neuesten Zulassungszahlen zeigen es: Die E-Mobilität ist massenmarkttauglich. Damit wird sie definitiv zum Thema für Garagisten, die sich neu mit Ladeinfrastruktur beschäftigen müssen. Angelo Turchi ist Sales Manager Future Grid bei der Siemens Schweiz AG und Spezialist für E-Mobilität. Er erklärt, wie Garagisten vorgehen sollen, wenn sie zukünftig E-Autos laden möchten.


Quelle: Istock

1. Bedarf ermitteln
abi. Folgende Fragen sind zu klären: Wie viele und welche Autos sollen innerhalb oder ausserhalb des Gebäudes geladen werden können? Muss ich die Kapazität in Zukunft erweitern können? Welchen Leistungsbedarf habe ich? Brauche ich nur Wechselspannungslader oder auch Schnelllader? Achtung: Schnelllader sind einiges teurer als die langsameren Wechselstrom-Ladestationen (AC). Gebraucht werden DC-Schnelllader dann, wenn beispielsweise Kundenautos oder Fahrzeuge von Aussendienstmitarbeitern in kürzester Zeit geladen werden müssen. Stehen die Autos vor allem im Showroom und werden für kürzere Probefahrten gebraucht, steht genügend Zeit zum Aufladen zur Verfügung. «Wir empfehlen, bereits bei der Bedarfsermittlung einen Spezialisten beizuziehen», sagt Angelo Turchi (Bild). «Dieser kann den Bedarf abschätzen und übernimmt viele Abklärungen.» Das führt direkt zu Schritt 2.
 

2. Den richtigen Spezialisten auswählen
Laut Angelo Turchi ist es wichtig, dass Garagisten jemanden an ihrer Seite haben, der sie auf dem ganzen Weg von der Planung bis zur Umsetzung begleiten kann und sich nicht nur mit Elektrotechnik, sondern auch mit Mobilität auskennt. «Gerade die E-Mobilität ist speziell. Es geht nicht nur um Hardware», sagt er. Der Spezialist sollte Erfahrung haben mit Nutzerverhalten, Software, Energiemanagement sowie Installationen und sich auskennen im E-Mobility-Ökosystem und mit Schnittstellen. 

3. Budget erstellen
«Wichtig ist, dass das Konzept für die Ladeinfrastruktur effizient und nicht überdimensioniert ist», betont Turchi. Schnellladestationen sind viel teurer als AC-Ladestationen. Dazu kommen die Installationen. Wird die Ladestation öffentlich zur Verfügung gestellt, stellt sich auch die Frage nach der Bezahlmethode für die Kunden. Das wiederum benötigt unterschiedliche Softwarelösungen, die Kosten und allenfalls Gebühren nach sich ziehen. 

4. Anschlussleistung und Elektroinstallationen prüfen
Die Prüfung übernehmen Installateure und Elektriker. Sie prüfen einerseits die Anschlussleistung und Elektroinstallationen und andererseits, wie sie gemäss dem Bedarf des Garagisten erweitert werden können.

5. Anschlussgesuch stellen
Der beigezogene Spezialist stellt den Kontakt nicht nur zu den Installateuren und Elektrikern her, er stellt nach der Prüfung auch das entsprechende Anschlussgesuch an den Energieversorger. «Bereits ab zwei Ladestationen wird von den meisten Verteilnetzbetreibern ein Lastmanagement gefordert, damit die Gesamtladeleistung reguliert werden kann», sagt Turchi. Übrigens: Der Spezialist hilft auch, wenn es je nach Dimension oder Standort ein Baugesuch braucht oder falls ein Tiefbauspezialist für Aushubarbeiten benötigt wird.

6. Entscheid fällen
Der Bedarf ist geklärt, die Anschlussleistung sowie Elektroinstallationen wurden geprüft und die Offerte des Spezialisten liegt auf dem Tisch. Nun liegt der Ball beim Garagisten, der aufgrund der Faktenlage einen Entschluss für oder gegen den Bau von Ladeinfrastruktur fassen kann. «Entscheidet sich der Garagist für die Ladeinfrastruktur, kümmert sich der E-Mobilitätsspezialist um alle Anliegen, was den Aufwand des Garagisten auf ein Minimum reduziert», sagt Turchi. «So gelingen das Installieren und der Betrieb einer massgeschneiderten Ladeinfrastruktur.» 
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