Carsharing: Nur unter bestimmten Umständen

28. September 2020 agvs-upsa.ch – Kosten sparen und die Umwelt schonen: Das sind die Hauptgründe, weshalb sich Personen ein Auto mit anderen teilen. Doch noch gibt es verschiedene Hindernisse zu überwinden, wie eine Studie zeigt. Das müssen Garagisten über den Carsharing-Trend wissen.


Quelle: Istock

cst./pd. Die Corona-Pandemie hat den Wunsch nach einem eigenen Auto verstärkt. Statt im ÖV in Kontakt mit anderen Passagieren zu kommen, zieht man die individuelle Mobilität vor. Zu diesem Schluss kam eine repräsentative Umfrage von Autoscout24 im Juli.

Welchen Platz nimmt dabei das Carsharing ein? Offenbar sind die Menschen aktuell weniger bereit, einen Wagen mit anderen zu teilen. Wie die Studie «Automobilbarometer 2020 – International: Die grosse Ambivalenz der Autofahrer» zeigt, ist die Nachfrage nach dem Autoteilen in der Corona-Krise gesunken. «Wir werden als Folge der Corona-Krise einen Anbieterrückgang im ohnehin hart umkämpften Markt für Carsharing sehen», wird Bernd Bauer, Head of Automotive Financial Services bei Consors Finanz, in einer Mitteilung zitiert.

Laut Studie gibt es in der Praxis noch verschiedene Hindernisse zu überwinden, damit das Marktsegment den Weg aus der Nische findet. Für Garagisten, die selbst Autos vermieten oder ins Carsharing einsteigen möchten, wichtig zu wissen: Zum einen wollen Automobilisten nicht erst ein Auto finden und es dann noch ausleihen. Vielmehr legen sie Wert darauf, einfach losfahren zu können, wann sie möchten. Auch erscheint das Tarifsystem oft zu kompliziert.

Trotzdem: Der langfristige Carsharing-Trend sei nicht aufzuhalten, so Bernd Bauer. Die Zahlen der Studie zeigen, dass sich insbesondere die jüngere Generation und die Stadtbevölkerung generell aufgeschlossen gegenüber dem Sharing-Gedanken zeigen. «Künftig werden sich ganze Communitys ein Auto teilen, zum Beispiel alle in einem Haus wohnenden Menschen. Anbieter müssen da also weiterdenken, um die Auslastung eines Autos zu erhöhen.»


Quelle: Automobilbarometer

Die über 10'000 Teilnehmenden aus 15 Ländern weltweit, die für den jährlich erscheinenden Automobilbarometer von Consors Finanz befragt wurden, sehen sowohl finanzielle als auch ökologische und praktische Vorteile darin, sich ein Auto mit anderen zu teilen. Die Aufgeschlossenheit für Carsharing endet allerdings, wenn es darum geht, das eigene Fahrzeug zur Verfügung zu stellen. Nur 51 Prozent wären dazu bereit. 38 Prozent begründen die Ablehnung damit, dass ihnen das eigene Auto zu kostbar ist und sie es daher nur allein nutzen möchten. Jeweils ein Drittel traut den Versicherungen im Fall eines Diebstahls oder Schadens nicht oder findet den Prozess der Ausleihe zu aufwendig.

Bei Fahrgemeinschaften zeigt sich ebenfalls, dass Autofahrer nach wie vor am liebsten selbstbestimmt unterwegs sind. 38 Prozent der jungen Autofahrer (18 bis 34 Jahre) und 46 Prozent der Generation 55 plus verzichten zudem auf Mitfahrgelegenheiten, weil sie schlichtweg lieber selbst am Steuer sitzen möchten.

Dass das Auto einen hohen Stellenwert geniesst, deckt sich mit den Ergebnissen der Trend-Studie «Automobilist-Garagist», die der AGVS beim Link-Institut in Auftrag gegeben hatte. Die Marktforschung zeigt indes auch die Nähe der Automobilisten zum Garagisten und förderte zutage, in welchen Bereichen für das Automobilgewerbe Aufholbedarf besteht.
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