Experten räumen mit Irrglauben auf

Restwert Elektrofahrzeuge

Experten räumen mit Irrglauben auf


14. April agvs-upsa.ch - Täglich finden sich neue Inserate für Elektrofahrzeuge auf den Online-Fahrzeugbörsen. Doch wie wird ein gebrauchtes Fahrzeug mit Elektroantrieb von Spezialisten beurteilt und was muss man als Kunde beim Kauf berücksichtigen? Zwei Experten geben Auskunft.

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Gebrauchte Elektrofahrzeuge werden in Zeiten von Lieferengpässen und Bestellstopps bei Neuwagen immer gefragter. Foto: VW

mfi. Wie viel Restwert besitzen ältere Elektroautos? Dies ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Eine Firma, deren täglich Brot solche Restwerte und Fahrzeugbeurteilungen sind, ist Auto-i-dat. Sie bewerten Fahrzeuge und können dann aufgrund verschiedenster Faktoren Einschätzungen zu Restwerten und Marktentwicklungen abgeben. Alles unter der Prämisse: «Relevante Fahrzeugdaten als Basis für Ihre Entscheide». 

Auf die Frage, was das alles genau für Faktoren seien, die in die Fahrzeugbewertung einfliessen, meint René Mitteregger, Datenspezialist bei Auto-i-dat, schmunzelnd: «Die spezifischen Faktoren sind natürlich unser Geschäftsgeheimnis», doch die Basis für Beurteilungen sei immer dieselbe und führt weiter aus, «aber wir tragen Informationen vom Markt und dem Bundesamt für Strassen (Astra) zusammen und beurteilen die Fahrzeuge unter anderem anhand von diesen.» Rund 20 verschiedene Faktoren werden in der Gesamtbeurteilung berücksichtigt. Auch wie viele Fahrzeuge gerade im Markt gehandelt und wie schnell diese in und ausser Verkehr gesetzt werden.

Viele Menschen sorgen sich, dass beim Elektroauto die Batterie schon nach wenigen Monaten oder zumindest Jahren massiv an Leistung verliert und dann teuer ersetzt werden muss. Doch ist diese Sorge berechtigt? «Nein, das ist grundsätzlich ein Irrglaube», versichert René Mittereger. Der Datenspezialist veranschaulicht dies anhand einer Modellrechnung: «Bei Lithium-Akkus wird die Lebensdauer im Schnitt mit ca. 3000 vollständigen Ladezyklen angegeben. Bei einer Reichweite von ungefähr 300 Kilometern pro Ladezyklus, wären das über 900 000 Kilometer, bis die Batterie effektiv nur noch eine schlechte Leistung erbringen kann oder gar wirklich kaputt ist.» Eine solch hohe Kilometerlaufleistung ist auch bei Autos mit Verbrennungsmotoren eher die Ausnahme.

Markus Peter, Leiter Technik und Umwelt beim AGVS, gibt sich ähnlich positiv, was die Lebensdauer und den Restwert von Elektrofahrzeugen anbelangt: «Elektroauto-Hersteller geben grosszügige Versprechen bzw. Garantien auf die Lebensdauer der Antriebsbatterien.» Diverse Praxistests bei E-Autos hätten gezeigt, dass die Abnahme der nutzbaren Batteriekapazität auf rund 70 Prozent in der Regel erst nach etwa 200 000 Nutzungskilometern oder rund zehn Jahren eintreffe.

Auch wenn der individuelle Restwert eines gebrauchten Elektrofahrzeuges teils sogar für Spezialisten schwierig zu eruieren ist, sind sich die beiden Experten einig: Angst um das Geschäft mit gebrauchten Elektrofahrzeugen brauchen sich Garagisten nicht zu machen.

Lesen Sie mehr dazu in der nächsten Ausgabe des AUTOINSIDE!
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