Auto-Schweiz will 10 Prozent Elektro und Plug-in-Hybrid

15. Februar 2018 agvs-upsa.ch - Die Autoimporteure drücken aufs Gas. Bis ins Jahr 2020 soll jeder zehnte in der Schweiz oder Liechtenstein immatrikulierte neue Personenwagen ein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid sein.
 


sco/pd. Unter dem Titel «10/20» hat Auto-Schweiz das Branchenziel am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Bern vorgestellt. Nur mit Erreichung dieses Ziels sowie Wachstum bei anderen alternativen Antrieben wie etwa Gas- oder Hybridautos werde es möglich sein, den ab 2020 geltenden CO2-Grenzwert von durchschnittlich 95 Gramm pro Kilometer annähernd zu erreichen, stellt die Vereinigung der Schweizer Automobil-Importeure fest. Wie ehrgeizig die Zielsetzung ist, belegt ein Blick auf den aktuellen Marktanteil an E-Fahrzeugen in der Schweiz: Er betrug 2017 gerademal 2,7 Prozent. Auto-Schweiz-Präsident François Launaz: «Wir müssen also eine Vervierfachung schaffen – und das in knapp drei Jahren.»
 
Höheres CO2-Niveau als in der EU

Nach Berechnungen des Beratungsbüros EBP ist ein Marktanteil an teilweise oder gänzlich elektrifizierten Fahrzeugen von rund zehn Prozent im Jahr 2020 nötig, um den CO2-Wert von durchschnittlich 95g/km im Neuwagenmarkt zu schaffen. Letzteren hat die Schweiz von der EU übernommen, ohne sich allerdings an die europaweite Flotte anrechnen zu lassen. Infolge dessen müssen die Schweizer Automobil-Importeure diesen alleine erreichen. Da die Schweiz aufgrund der stärkeren Kaufkraft und gebirgiger Topgraphie ein höheres CO2-Niveau im Fahrzeugsektor ausweist als fast alle EU-Staaten, ist die Vorgabe entsprechend anspruchsvoll.
 
François Launaz (links): «Wir bekennen uns zum Ziel von 95 Gramm CO2 pro Kilometer ab 2020. Dieses hat das Stimmvolk mit der Abstimmung zur Energiestrategie 2050 bestätigt. Deshalb wollen und müssen wir den Anteil alternativ angetriebener Personenwagen massiv steigern. Dazu gehören neben Gas- und Brennstoffzellen-Fahrzeugen auch Elektroautos und Hybride.»
 
Die Realisierung von «10/20» ist für auto-schweiz an vier verschiedene Faktoren und Voraussetzungen geknüpft:
 
► Grosse Auswahl an Modellen mit alternativen Antrieben: Gas, Wasserstoff, Elektro und (Plug-in-) Hybride.
► Breite Unterstützung seitens des Bundes, der Kantone und Gemeinden: Ausbau der Lade- und Tankinfrastruktur für Strom und alternative Treibstoffe sowie steuerliche Anreize.
► Private Investitionen für Lade- und Tankinfrastruktur, seien es Energieversorger, Netzbetreiber, Pioniere, Arbeitgeber oder (Mehrfamilien-) Hauseigentümer.
► Beibehaltung der geplanten Einführungsmodalitäten für das 95g-Ziel (Phasing-in, Supercredits).
 
Das Angebot an Modellen mit alternativen Antrieben wird dabei kein Hemmschuh sein. Unzählige Hersteller haben ihre Pläne zur Lancierung entsprechender Modelle bereits vorgestellt. Bis 2020 wird sich die Auswahl in diesem Bereich vervielfachen. Bei der Infrastruktur und der Besteuerung besteht hingegen noch grosses Verbesserungspotential, sagt Andreas Burgener (rechts), Direktor von Auto-Schweiz: «Einige Kantone gewähren bei der Motorfahrzeugsteuer keinerlei Bonus für E-Autos. Manche besteuern diese sogar absurd hoch oder haben Förderungen gerade wieder abgeschafft.»
 
Keine Subventionen, aber gute Rahmenbedingungen

Eine Kaufprämie für Elektroautos, wie sie einige EU-Staaten kennen, ist für Auto-Schweiz aber kein geeignetes Mittel. Die Erfahrungen beispielsweise aus den Niederlanden, wo der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge nach der Kürzung von Subventionen wieder massiv zurückging, belegen die lediglich kurzfristige Wirkung solcher Massnahmen. Dazu François Launaz: «Mit den richtigen Rahmenbedingungen sind Elektroautos und Plug-in-Hybride auch ohne Kaufprämien hochattraktive Fahrzeuge. Wir wollen, dass das Wachstum bei den alternativen Antrieben nachhaltig und von Dauer ist. Deshalb verlangt Auto-Schweiz keine direkte Unterstützung, sondern lediglich gute Rahmenbedingungen für diese Fahrzeuge.»
 
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