Autobauer glauben nicht an Lieferengpässe

22. August 2019 agvs-upsa.ch – Am 1. September tritt die nächste Stufe des WLTP-Verbrauchstests in Kraft. Laut den Autobauern soll diesmal das Chaos ausbleiben. Fast alle Modelle seien weiter lieferbar.


BMW hat bereits alle Typengenehmigungen in der Tasche.

abi. Als WLTP vor gut einem Jahr eingeführt wurde, sorgte der neue Messzyklus für Ärger: Sowohl Behörden als auch Autohersteller unterschätzten die Auswirkungen. Unter anderem dauerten die Messungen wesentlich länger und waren aufwändiger. Die Prüfstände wurden zu Flaschenhälsen und auch die Behörden konnten den Mehraufwand nicht stemmen. Kurz: Die Typengenehmigungsverfahren benötigten viel mehr Zeit als geplant und es kam zu Lieferproblemen. Dutzende Modelle waren über mehrere Monate hinweg nicht lieferbar. 

Ein Beispiel, um die Dimensionen von 2018 zu zeigen: VW parkierte vorübergehend tausende Neuwagen auf dem geplanten Berliner Flughafen, der so zum Grossparkplatz wurde. Der Konzern bezifferte seine WLTP-Kosten auf gut eine Milliarde Euro.

Hersteller geben Entwarnung

Wenn nun am 1. September die nächste WLTP-Stufe in Kraft tritt, soll alles besser werden. Für die Autoindustrie sei WLTP-Teil 1 «ein riesengrosser Schritt, komplettes Neuland» gewesen, sagte Audi-Sprecher Udo Rügheimer am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Teil 2 sei damit nicht vergleichbar.

Laut Daimler sind zu den bislang 700 Seiten mit Verordnungen jetzt noch einmal 300 Seiten dazugekommen. «Die meisten Änderungen sind Korrekturen, Klarstellungen oder Verbesserungen», erklärt der Verband der deutschen Autoindustrie (VDA). So gibt es bei den Messungen neu noch weniger Toleranz und die Dokumentationspflichten werden ausgeweitet. Auch Schaltpunkte und Fahrkurven wurden geändert. 

BMW ist bereit …
Wie BMW-Sprecher Martin Tholund erklärt, seien ein paar Punkte nachjustiert worden. BMW habe bereits alles abgeschlossen. «Wir haben alle Typengenehmigungen schon in der Tasche», sagt Tholund gegenüber der DPA.

… und Audi auch
Auch Audi fühlt sich bereit: So seien die Änderungen wesentlich kleiner als 2018, der Autobauer habe inzwischen ein Drittel mehr Prüfkapazitäten und die Anzahl der Motor-Getriebe-Varianten sei um ein Drittel auf annähernd 170 verringert worden, wie es weiter heisst. Ausserdem müssten diesmal nicht alle auf den Prüfstand. Da viele schon seit der Umstellung 2018 die neuen Anforderungen erfüllen, könnten die Genehmigungen umgeschrieben werden. Udo Rügheimer: «Fast alle Varianten von Audi sind schon zugelassen.» Der Rest soll dann in wenigen Wochen folgen.
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