Daimler stoppt Entwicklung von Verbrennern

20. September 2019 agvs-upsa.ch – 2050 ist noch sehr weit weg. Dennoch werden bereits heute in den Forschungs- und Entwicklungszentren der grossen Autohersteller die Weichen für die Zukunft gestellt. Das erklärt, wieso nach VW nun auch Daimler künftig nicht mehr auf Verbrenner setzen will.

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jas. Das Ziel zur Reduktion des klimaschädlichen CO2 in der Luft ab 2021 der EU ist ehrgeizig, aber nicht unrealistisch. Damit einher geht bislang die Idealisierung der Elektromobilität statt einer Technologieoffenheit, die das Erreichen der Grenzwerte garantieren soll. Wie sie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel an der IAA forderte. Der batterieelektrische Antrieb wird als DIE Lösung postuliert, die Nutzung von CNG, Biogas oder die von nachhaltigen, synthetischen Treibstoffen rückt dabei genauso wie die Optimierung von Benzin- und Dieselmotoren immer mehr in den Hintergrund.

Schade, aber bis zu einem gewissen Grad seitens der Hersteller auch verständlich: Sie können es sich heute im schwieriger werdenden Marktumfeld nicht mehr leisten, bei Forschung und Entwicklung auf alle beziehungsweise nur schon mehrere Antriebsvarianten zu setzen. Eine Fokussierung ist die logische Folge. Und bei dieser Wette auf den Antrieb der Zukunft scheint, nicht zuletzt durch die politischen Leitlinien und Förderungen in gewissen Staaten, derzeit die Elektromobilität die besten Karten zu haben.

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Michael Jost, Chief Strategy Officer bei VW und im nächsten Januar Gast am «Tag der Schweizer Garagisten» 2020, rechnete kürzlich in den Medien ganz nüchtern vor, wieso VW voll auf die Elektrifizierung setzt und warum der VW-Konzern ab 2040 den Verkauf von Verbrenner stoppen müsse: «Wenn wir 2050 das Ziel von null Kohlendioxidemissionen erreichen wollen, müssen wir aufgrund der Lebensdauer der Fahrzeuge gut zehn Jahre vorher mit dem Verkauf von Verbrennern aufhören. Sieben Jahre zuvor hat dieser Letzte seiner Art seinen Marktstart. Gehen wir wie in der Regel von zwei Generationen dieser Fahrzeuge aus, bringen wir 2026 die letzte Verbrennerplattform.» 2050 klinge zwar weit weg, aber die Weichen für die Mobilität würden schon heute gestellt.

Der VW-Stratege ist mit seiner Sicht nicht allein. Auch bei Daimler will man sich künftig auf den Elektroantrieb konzentrieren. Daimlers Kleinwagenmarke Smart ist künftig eh nur noch rein elektrisch unterwegs. Und bei Mercedes wurde gerade die gesamte Palette an Verbrennungsmotoren aufgefrischt. Markus Schäfer, Daimler-Entwicklungschef, legt den Fokus daher nun auf Elektroantriebe und Batterien, wie er gegenüber dem Fachmagazin «Auto, Motor und Sport» erläuterte. Die Entwicklung von Verbrennungsmotoren wurde zumindest vorübergehend gestoppt. Denn die neuen Reihensechszylinder, die gerade in den Modellen der E- und S-Klasse sowie in den Mercedes-SUV eingeführt werden, werden noch jahrelang gebaut. Vom Entwicklungsaufwand kann der Konzern noch eine Weile zehren. Schäfer sagte, es gebe momentan keine Pläne für eine Neuentwicklung. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Daimler die Entwicklungsarbeit an Verbrennungsmotoren wieder aufnehme.

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Kommentare


Daniel Kern 25. September 2019 - 13:08
Meiner Meinung nach die falsche Richtung. Ich verstehe nicht, wieso die Entwicklung und der Einsatz des Elektromobils so gefördert wird, so lange die Batterien in der Ökobilanz so schlecht abschneiden. Auch die Versorgung mit Elektrizität ist bei weitem nicht sichergestellt. Ich verstehe nicht, wieso keine Impulse in Richtung Wasserstoff mit Brennstoffzelle aus Politik und Umweltorganisationen kommen.