Von Gänsen und Goldschürfern

15. Januar 2019 agvs-upsa.ch –  Stefan Bratzel gab in seinem Referat am «Tag der Schweizer Garagisten» 2019 spannende Einblicke in die Zukunft der Autobranche. Er sprach von einem Kampf der Universen.

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srh. Stefan Bratzel präsentierte die heutige Welt der Autobranche: Die Autohersteller dominieren das aktuelle Mobilitätsuniversum – noch! Denn andere Player drängen ebenfalls auf den Markt und beschleunigen die Entwicklung in Richtung Elektromobilität. Er verglich es mit der Hausgans, die sich daran gewöhnt, dass ihr der Bauer täglich Futter bringt und dies als statistische Erfahrung abspeichert – bis sie der Bauer eines Tages vor Weihnachten zum Metzger bringt... «Es ist ihre letzte Erfahrung», so Bratzel. Und die Garagisten müssten aufmerksam sein, dass sie nicht plötzlich wie die Gans endeten, wenn die Elektromobilität den Markt beherrsche.

Gleichzeitig zeichnete Bratzel die drei Problemfelder, mit der die Elektromobilität noch zu kämpfen habe: Reichweite, Infrastruktur und Preis. «Wenn diese nicht gelöst werden, dann ruht die Elektromobilität in Frieden», sagte er weiter. Er ist überzeugt, dass die Infrastruktur in naher Zukunft dichter werde, damit die Reichweite tiefer sein könne und damit  der Preis für die Elektrofahrzeuge sinke.

Massgeblicher Treiber in der Elektromobilität sind neben dem chinesischen Markt und Tesla die EU-Regelungen. Allerdings relativierte Bratzel den Hype auch: «Wir rechnen damit, dass im Jahr 2030 rund 40 Prozent der Neuzulassungen Elektrofahrzeuge sind», erklärte er. «Das heisst aber auch, dass 60 Prozent der Neuzulassungen Verbrennungsmotoren sind!» Der Dieselmotor werde jedoch nur noch in höheren Segmenten angeboten.

Als neues Gold sieht Stefan Bratzel die Daten. «Man kann als mittelgrosse Garage zwar nicht mit den Autoherstellern mithalten», sagte er und zog einen spannenden Vergleich: «Es ist wie beim grossen Goldrausch in den USA: Letztlich verdienten die Hersteller von Schaufeln mit dem Goldrausch Geld. Deshalb möchte ich Sie inspirieren, dass Sie nach Möglichkeiten suchen, was die heutigen Schaufeln sein könnten.»
 
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