Ökobilanz von Autos berechnen

15. Mai 2020 agvs-upsa.ch – Forschende des Paul Scherrer Instituts haben ein Webtool namens «Carculator» entwickelt, mit dem sich detailliert die ökologische Bilanz von Personenwagen vergleichen lässt.

psi_artikel_1.jpg
Christian Bauer (links) und Romain Sacchi sind Teil des Teams am PSI, das den «Carculator» entwickelt hat. Quelle: PSI

pd/jas. Das neue Webtool des Paul Scherrer Instituts ermittelt die Ökobilanz von Fahrzeugen mit unterschiedlichen Antriebsarten und stellt sie in Vergleichsgrafiken dar. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus der Personenwagen bedacht, darunter also die Herstellung der Fahrzeuge sowie die umweltrelevanten Emissionen beim Fahren. Wer sich ein neues Auto kaufen will, denkt sicherlich auch an dessen Ökobilanz. Jedoch kann das Bauchgefühl uns dabei trügen: Dass selbst wenn die Herstellung der Batterie mit einberechnet wird, das E-Auto in der Schweiz und vielen anderen Ländern schon heute am umweltfreundlichsten ist – so das Ergebnis einer PSI-Studie von Forschenden rund um den Umweltwissenschaftler Christian Bauer – kam kürzlich für die breite Öffentlichkeit überraschend.

Nun hat dieselbe Forschungsgruppe ein Webtool entwickelt, das die Daten und Ergebnisse sowohl Endnutzern als auch der Forschungsgemeinde zugänglich macht. Das Programm mit dem wortspielerischen Namen «Carculator» ist auf der Webseite carculator.psi.ch zu finden und führt den interessierten Laien durch eine Auswahl an Parametern: Welche Antriebsart soll angeschaut werden, beispielsweise Benzin, Diesel, Erdgas, Brennstoffzelle oder Elektro. «Unser Tool bietet eine sehr breite Palette an Antriebsarten», erklärt Romain Sacchi, ebenfalls Umweltwissenschaftler am PSI und bei der Entwicklung des Carculator federführend beteiligt. «Es kann zudem zwischen sehr vielen Treibstoffen unterscheiden: Wir haben neben den gängigen auch Bio- und synthetische Treibstoffe integriert und zukünftige Technologien wie CO2-Abscheidung und -Speicherung bei der Wasserstoffproduktion bedacht.»

Wer den Carculator nutzt, kann auch die Kategorie – von Kleinstwagen bis Van – der zu vergleichenden Fahrzeuge eingeben. Man wählt zudem das Land aus, in welchem die Fahrzeuge genutzt werden – denn dadurch unterscheidet sich der Strommix für Batteriefahrzeuge – und in welchem Jahr zwischen 2000 und 2050 die Autos zugelassen werden. Für die Zukunft kann der Strommix auch selbst definiert werden, um die Auswirkungen verschiedener Szenarien zu testen. Das Tool bewertet auch die Umweltauswirkungen des gesamten Lebenszyklus von Personenwagen, also auch die Herstellung von Karosserie oder Batterie. «Viele Menschen denken zunächst an die Klimaauswirkung durch Treibhausgase, also CO2 und ähnlich wirkende Gase wie Methan. Doch es gibt noch weitere relevante Umweltindikatoren und auch diese lassen sich ermitteln», erklärt Christian Bauer.

Die einfachste Version des PSI-Tools berechnet für einen raschen Vergleich Fahrzeuge mit Benzin-, Diesel- und Elektro-Antrieb. Wer beispielsweise auch einen Quervergleich mit Personenwagen will, die mit CNG oder Biogas angetrieben werden, findet einen auf www.cng-mobility.ch. CNG verursacht bei der Verbrennung bereits 20 Prozent weniger CO2 als Diesel oder Benzin und Biogas als Treibstoff ist praktisch CO2-neutral.
Feld für switchen des Galerietyps
Bildergalerie

Kommentar hinzufügen

Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.

Kommentare